Iran kündigt erneute Raketentests an
Die iranische Regierung kann ihre Provokationen nicht lassen: Nur einen Tag, nachdem das Regime in Teheran eingestanden hat, eine zweite Anlage zur Atomanreicherung zu besitzen, kündigt es weitere Raketentests an. US-Präsident Obama schließt inzwischen einen Militärschlag nicht mehr aus.
Teheran - Eine Stichelei aus Teheran jagt die nächste: Nur einen Tag, nachdem bekannt geworden ist, dass die iranische Regierung eine zweite Anlage zur Atomanreicherung besitzt, hat sie weitere Raketentests angekündigt. Wie die Nachrichtenagentur ISNA am Samstag berichtete, wollten die iranischen Revolutionsgarden ab Sonntag mehrere Raketentests vornehmen. Mit dem jährlichen Manöver solle die Fähigkeit der Streitkräfte zur Abschreckung erhalten und verbessert werden.
Das Land hatte im Juli 2008 bei einem Großmanöver neun Raketen getestet, darunter auch die modernste Version der Schahab-3-Rakete mit einer Reichweite von bis zu 2000 Kilometern. Die Regierung hatte den damaligen Raketentest als eine Warnung an die "Feinde" Irans bezeichnet.
Mit der Bedrohung durch iranische Raketen haben die USA die Notwendigkeit eines Raketenschilds in Osteuropa begründet. US-Präsident Barack Obama hat unlängst nach anhaltenden Protesten Russlands darauf verzichtet und stattdessen den Aufbau eines moderneren und kostengünstigeren Abwehrsystems angekündigt.
Vor ihrer neuerlichen Provokation hatte die Regierung in Teheran kurzfristig eingelenkt und angekündigt, internationale Inspekteure in die neue Anlage zur Urananreicherung lassen zu wollen. Ein konkreter Termin wurde allerdings nicht genannt.
Nach dem Eingeständnis Teherans, eine solche Anlage zu bauen, werden schärfere Sanktionen und sogar militärische Reaktionen nicht mehr ausgeschlossen. In seiner wöchentlichen Radio- und Internetbotschaft warnte US-Präsident Barack Obama Teheran am Samstag vor gravierenden Konsequenzen, sollte die iranische Führung bei ihrem Atomprogramm nicht einlenken. Auf der anderen Seite bot er aber auch einen ernsthaften Dialog an.
Iran hat sich wiederholt der Forderung des UN-Sicherheitsrates widersetzt, sein umstrittenes Atomprogramm einzustellen. Der Westen befürchtet, dass das Land heimlich am Bau von Atomwaffen arbeitet.
böl/dpa
spiegel.de



del.icio.us
Digg
Kommentare (0 eingetragen):
Dein Kommentar eintragen