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Iran wird von Oppositionellen "gesäubert"

image Iran wird von Oppositionellen "gesäubert"

Selbst offizielle Angaben sprechen inzwischen von über 1000 Inhaftierten. Da die Gefängnisse überquellen, werden Gefangene inzwischen in Fußballstadien untergebracht. Insider erwarten in Kürze drakonische Strafen gegen die Oppositionellen.

Teheran - Die Proteste und Demonstrationen im Iran dürften endgültig niedergeschlagen worden sein. Nach neuesten Angaben vom Mittwoch wurden binnen zwei Wochen als 1032 Menschen inhaftiert, so der iranische Polizeichef Ismael Ahmadi-Mogadam.

Der Polizeichef sagte, viele Menschen seien inzwischen wieder freigelassen worden. Die Opposition spricht jedoch von viel mehr Ihaftierten, von denen etliche von Folter und menschenunwürdigen Zuständen berichten.

Die Verhaftungswelle scheint aber noch nicht vorbei zu sein. Den Gefangenen dürfte nach Informationen der iranischen Behröden in Kürze der Prozess gemacht werden.

Folter und Geständnisse

Viele von ihnen dürftenn vor die berüchtigten Revolutionsgerichte gestellt werden. Diese Gerichte sind für schwere Vergehen gegen die nationale Sicherheit zuständig und fällen immer wieder äußerst harte Urteile.

Laut Augenzeugen-Berichten, die via Twitter und Internetforen ihre Erfahrungsberichte veröffentlichten, hat das berüchtigte Evin-Gefängnis seine Kapazitätsgrenze bei weitem überschritten. Deshalb würden Sicherheitskrafte jetzt die Festgenommenen in Fussballstadien unterbringen.

Laut dem Bericht von Reza, einem jungen iranischen Studenten, der bei einer Demonstration im Herzen Teherans festgenommen wurde, werden Insassen des Gefängnisses immer wieder geschlagen und gefoltert. So habe er nach seiner Festnahme 48 Stunden ohne Wasser und Nahrung verbringen müssen.

Zudem berichtete er, dass Häftlinge auf verschiedene Arten dazu gebracht wurden, Blankogeständnisse zu unterschreiben.

Korrespondent von "Newsweek" gesteht Umsturz-Absichten

Unter diesem Blickwinkel dürfte auch das Geständis eines inhaftierten US-Journalisten zu sehen sein, der angeblich gestanden hat, im Dienste westlicher Regierungen gegen das Regime gearbeitet zu haben.

Der Korrespondent des Magazins «Newsweek» habe bei einer Pressekonferenz erklärt, mit tendenziöser Berichterstattung vor den Wahlen auf einen Umsturz im Iran abgezielt zu haben, zitierte der amerikanische Nachrichtensender CNN einen Bericht der halb-staatlichen iranischen Nachrichtenagentur Fars vom Mittwoch.

«Newsweek» nannte die Vorwürfe «absurd». Der 42-jährige Maziar Bahari war am 21. Juni nach den umstrittenen Präsidentenwahlen von Regierungskräften verhaftet worden.

Dem Agenturbericht zufolge hat Bahari öffentlich geschildert, wie westliche Journalisten vor den Wahlen auf einen Umsturz im Iran hingearbeitet hätten. Seit seiner Verhaftung habe Bahari weder mit einem Anwalt noch mit seiner Familie sprechen können.

Mussawi erhält Unterstützung von Chatami

Der iranische Oppositionsführer Mir Hossein Mussawi will den Wahlerfolg Mahmud Ahmadinedschads indes immer noch nicht akzeptieren und hält an seinem Protest fest.

Nun hat er für seine scharfen Angriffe auf die iranische Führung öffentlich Unterstützung vom früheren Präsidenten Mohammad Chatami erhalten.

Chatami sprach am Donnerstag von einer "giftigen Sicherheitslage" nach den gewaltsamen Straßenprotesten gegen das umstrittene Ergebnis der Präsidentenwahl.

Er beschuldigte die iranische Führung eines "samtenen Putsches gegen das Volk und die Demokratie". Mussawi erklärte am Mittwoch auf seiner Website, er betrachte die von der Geistlichkeit geführte Regierung als illegitim.

Am Donnerstag beraten die EU-Außenminister in Stockholm über einen Abzug aller EU-Botschafter aus Teheran. (mich/AP/dpa)

tt.com

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