Irans Raketentest macht die USA wütend
Die US-Regierung spricht von einer Provokation: Wenige Tage vor den Atomgesprächen in Genf hat Irans Militär eine Rakete getestet, die Israel und amerikanische Stützpunkte erreichen könnte.
Teheran - Irans Militär demonstrierte seine Stärke: Im iranischen Fernsehen wurde eine Rakete gezeigt, die vor einer Wüstenlandschaft in den Himmel schoss. Dazu waren Rufe von "Allahu Akbar" (Gott ist der Größte) zu hören. Dem staatlichen Sender Press TV zufolge handelte es sich um eine "Schahab 3"-Rakete, die bis zu 2000 Kilometer weit fliegen kann, etwas weiter als die Strecke von Berlin nach Madrid. Damit lägen auch Israel und US-Stützpunkte in Reichweite.
"Alle Ziele in der Region, egal wo sie sind, liegen innerhalb der Reichweite dieser Raketen", sagte der Oberbefehlshaber der Luftwaffe, General Hossein Salami. Die iranischen Streitkräfte hatten am Sonntag mit den Raketentests begonnen. Ein Sprecher des Außenministeriums erklärte, es handle sich um "eine militärische Übung mit Abschreckungscharakter".
Ein Sprecher des iranischen Außenministeriums erklärte jedoch, das Manöver stehe in keinem Zusammenhang mit dem Streit um das Atomprogramm des Landes. Am Donnerstag trifft Teheran mit den fünf Uno-Vetomächten und Deutschland zusammen.
Doch die US-Regierung sprach von einer Provokation. In einer Erklärung des amerikanischen Präsidialamts hieß es zu dem kommenden Treffen weiter, Iran müsse sofort und ohne Einschränkung den Zugang zur zweiten Anlage gewähren. Der britische Außenminister David Miliband sagte, Iran müsse zeigen, wie ernst es ihm es damit sei, dass sich das Atomprogramm nicht zu einem Militärprogramm entwickle.
Frankreich rief Iran zur Kooperation auf. Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes sagte: "Die Nachrichten aus Iran sind beunruhigend. Das ist mit Blick auf die anstehenden Gespräche kein vertrauensbildendes Signal."
Die westlichen Staaten haben klar gemacht, dass es bei den Gesprächen in Genf um das umstrittene iranische Atomprogramm gehen soll. Die USA haben erklärt, die Regierung in Teheran werde "überzeugende Beweise" für die friedliche Natur ihres Programms vorzulegen müssen. Dagegen hat Iran weitreichende Gespräche über Sicherheitsfragen angeboten. Sein "Recht auf Atomkraft" stehe jedoch nicht zur Debatte.
als/Reuters



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