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Khatami tritt nicht zur Präsidentenwahl an

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Irans Ex-Staatschef Khatami will bei der Wahl im Juni doch nicht kandidieren. Beobachter vermuten, dass er Angst um seine Sicherheit hat. So soll mit "pakistanischen Verhältnissen" gedroht worden sein - eine Anspielung auf das Bhutto-Attentat?

Bereits in den vergangenen Tagen waren entsprechende Gerüchte zu vernehmen, nun ist es gewiss: Mohammed Khatami wird doch nicht bei den iranischen Präsidentschaftswahlen antreten. Nach Informationen, die dem ARD-Hörfunkstudio in Istanbul vorliegen, hat der Reformer seine Kandidatur zurückgezogen. Chatami, der bereits von 1997 bis 2005 iranischer Präsident war, hatte Anfang Februar erklärt, er wolle im Juni gegen Amtsinhaber Mahmud Ahmadinedschad antreten.

Offiziell wurden bislang keine Gründe für den jetzigen Rückzug genannt. Man geht jedoch davon aus, dass der Geistliche Angst um seine Sicherheit hat. In den vergangenen Wochen waren wiederholt Drohungen gegen Chatami zu vernehmen. Einmal soll es auch zu einem Angriff auf ihn gekommen sein, den seine Leibwächter aber abwehrten.

"Pakistanische Verhältnisse" im Iran?

Zudem wurden Gerüchte laut, militant-islamische Kräfte wollten im Iran für "pakistanische Verhältnisse" sorgen - mit anderen Worten: Chatami könne möglicherweise wie Benazir Bhutto Opfer eines Anschlags mitten im Wahlkampf werden. So hatte die erzkonservative  Zeitung "Keyhan" in einem Leitartikel geschrieben: "Die Amerikaner haben versucht, mit massiver Propaganda Benazir Bhutto an die Macht zu verhelfen, um mit ihrer Hilfe dann Pakistan auszubeuten. Als sie aber merkten, dass ihre Partei nicht die Mehrheit gewinnen kann, haben sie einen anderen Weg gefunden. Das soll uns eine Lehre sein. Manche Reformisten im Iran haben bekanntlich eine einschlägige Erfahrung in diesen Sachen." Diese Zeilen wurden von zahlreichen Beobachtern als versteckte Terror-Drohung gegen Chatami aufgefasst, was allerdings vom Herausgeber des Blattes in Abrede gestellt wurde.

Konservative gestärkt

Mit dem Rückzug des Reformers dürfte das Lager der Konservativen um Präsident Ahmadinedschad gestärkt werden. Denn auf dem gemäßigten Flügel kandidieren zwar mit Ex-Parlamentspräsident Mehdi Karrubi und Ex-Präsident Mir-Hossein Mussavi noch zwei weitere bekannte Politiker, allerdings sind deren Popularität und Charisma bei weitem nicht so groß wie die von Chatami. Somit schwinden die Hoffnungen, dass sich die Politik im Iran kurzfristig ändert. Und das dürfte nicht zuletzt auch Einfluss auf die internationalen Beziehungen des Landes haben, konkret zu den USA.

Von Ulrich Pick, ARD-Hörfunkstudio Istanbul

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