Iranische Provokation- Teheran testet neue Mittelstreckenrakete
Irans Präsident Ahmadinedschad provoziert den Westen mit Waffentests - Teheran hat erneut eine Mittelstreckenrakete gezündet. Das Geschoss könne auch Israel treffen, verkündete das Staatsfernsehen. Großbritanniens Premier Brown setzte sich für entschiedene Sanktionen gegen das Land ein.
Teheran - Iran hat nach eigenen Angaben erneut eine Mittelstreckenrakete erprobt. Der Test der zweistufigen Rakete des Typs Sedschil 2 sei "erfolgreich" verlaufen, meldete das Staatsfernsehen am Mittwoch, ohne weitere Einzelheiten zu nennen.
Die Sedschil 2 gilt als die modernste iranische Mittelstreckenrakete. Sie hat nach offiziellen Angaben eine größere Zielgenauigkeit als das Vorgängermodell Schahab 3, weil sie mit festem statt flüssigem Treibstoff angetrieben werde. Sie habe eine Reichweite von mehr als 2000 Kilometern - und könne auch Ziele in Israel treffen.
Großbritanniens Premierminister Gordon Brown zeigte sich "ernsthaft besorgt" über den Raketentest. Dies sei eine Bestätigung dafür, dass die internationale Gemeinschaft neue Sanktionen gegen Teheran verhängen müsse, teilte Brown mit.
Die Regierung der Islamischen Republik hatte bereits im vergangenen Mai und September Raketentests durchgeführt. Westliche Staaten hatten besorgt reagiert, besonders Israel war beunruhigt. Die USA hatten die Tests als Provokation verurteilt und Iran aufgefordert, sein umstrittenes Atomprogramm aufzugeben.
Die USA und ihre westlichen Verbündeten verdächtigen Iran, am Bau von Nuklearbomben zu arbeiten. Befürchtet wird, dass die Raketen zum Transport von Atomsprengköpfen dienen könnten. Teheran bestreitet jedoch, sein Programm für militärische Zwecke nutzen zu wollen. Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) hatte Iran Ende November für sein Verhalten im Atomstreit verurteilt. Auch Außenminister Guido Westerwelle hatte mit einer harten Haltung gedroht.
Angesichts der Weigerung Irans, die Forderungen der Staatengemeinschaft zum Atomprogramm zu erfüllen, hatte das US-Repräsentantenhaus am Dienstag den Weg für Energiesanktionen gegen das Land freigemacht. Die Abgeordneten stimmten Strafen für ausländische Unternehmen zu, die den viertgrößten Ölexporteur mit Benzin beliefern. Durch das Gesetz kann US-Präsident Barack Obama Energiekonzerne bestrafen, die Iran direkt mit Benzin beliefern, sowie Unternehmen, die über Versicherungen oder Schiffstransporte zu den Geschäften beitragen. Die Zustimmung des Senats gilt als sicher. Iran hat nicht genug eigene Raffineriekapazitäten und muss daher Benzin importieren.
kgp/AP/AFP/Reuters



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